Trost | Monatsblatt Mai 2025
Veröffentlicht am: 8. Mai 2026
In unserem Dorf gibt es einen Pferdehof. In einem Gebäude sind die Ställe für die Pferde. Von jedem Stall kann das Pferd ein paar Schritte nach draussen machen. Ich spaziere oft an diesem Pferdehof vorbei und habe es gerne, wenn ein paar Pferde draussen stehen. Dann bleibe ich einen Moment stehen und bewundere sie. Es gibt sie in den unterschiedlichsten Farben: schwarz, dunkelbraun, hellbraun und sogar weiss. Ich finde, sie sehen oft aus, als würden sie nachdenken. Und dabei schauen sie mich mit ihren grossen dunklen Augen an. Um den Hof herum sind eingezäunte Wiesen. Wenn das Wetter nicht zu heiss und auch nicht zu kalt ist, grasen die Pferde auf der Wiese.
Als ich kürzlich wieder an den Pferdeställen vorbeiging, waren zwei Pferde draussen. Ihre Boxen waren nebeneinander sie hatten die Köpfe zusammengesteckt. Ein Pferd berührte das Gesicht des anderen sanft mit der Nase. Es sah aus, als würde es das andere Pferd trösten. Was für ein schönes Bild!
Es hat mich an den folgenden Vers aus der Bibel erinnert:
So ermutigt und tröstet einander, wie ihr es ja auch bisher getan habt. 1. Thessalonicher 1,11
Es gibt schwierige Zeiten im Leben, in denen wir Trost brauchen. Im Psalm 23 lesen wir, dass Gott bei uns ist, auch in dunklen Zeiten. Das ist gewiss schon ein grosser Trost. Aber es gibt Momente, in denen wir einen Menschen spüren müssen. Eine Hand auf der Schulter, eine Umarmung, ein liebevolles Wort, geschrieben oder ausgesprochen.
Dann gibt es die Momente, in denen wir Trost weitergeben können. Auch das ist wichtig. Viele von uns haben bereits Schwieriges, wie Trauer oder Verlust erlebt und überlebt. Ich möchte nicht, dass mein Leid der Vergangenheit umsonst war. Ich möchte ein barmherziges Herz für andere in Not bewahren. Ich möchte bereit sein mitzufühlen und Trost zu spenden.